Dienstag, 4. Februar 2014

[Rezension] Angelika Monkberg ~ Drache und Phönix: Goldene Federn [ebook]

Aloha zusammen,

heute gibt's zusammen mit Blogg dein Buch wieder was für die Leseratten unter uns. Heutiges Buch ist "Drache und Phönix: Goldene Federn" von Angelika Monkberg.

Bildquelle


Autor: Angelika Monkberg
Titel: Drache und Phönix: Goldene Federn
Band: Eins von Sieben
Verlag: dotbooks (hier direkt zu erwerben)
Preis: 3,99€
ca. 184 Seiten im Ebook


Optik:
Nun, bei einem ebook macht wie immer der Reader die Hauptoptik aus, und da hab ich bei meinem Kindle jetzt keine Probleme. Die Formatierung taugt. Das Cover finde ich zum Buch sehr gelungen. Die titelgebenden Elemente Drache, sowie Phönix sind das Hauptaugenmerk. Dazu noch das venezianische Palazzo als Schauplatz des Romans. Auch die Info, dass es sich um den Ersten Band handelt, ist hier zu finden.

Um was geht es?
"Eine große Liebe.
Eine gefährliche Reise.
Das Abenteuer beginnt.

Venedig im 18. Jahrhundert. Jan Stolnik führt ein rastloses Leben. Niemand ahnt, welches Geheimnis er hütet: Jan ist ein Drache, gefangen im Körper eines Menschen – dazu verdammt, ewig zu leben, ohne jemals seine Flügel entfalten zu können. Der Besuch der Lagunenstadt soll ihn für einige Zeit von seinem Schicksal ablenken. In den engen Gassen und prachtvollen Palazzi hört er immer wieder einen Namen: La Fiametta. Schon nach ihrer ersten Begegnung weiß Jan, dass die Sängerin mit der verführerischen Stimme und dem kapriziösen Wesen keine gewöhnliche Sterbliche ist. Er verliebt sich unsterblich in das schillernde Geschöpf – und erkennt rasch, dass Gefühle zum Fluch werden können …

Der erste Band der historischen Fantasy-Saga, die Jahrhunderte überspannt und an die schönsten Orte der Welt entführt: spannend, berührend, faszinierend."


 Nyxx' Meinung zum Buch:
Klingt doch alles ganz super, so von der Beschreibung. Und genau deswegen hatte ich mich dann auch für das Buch beworben. Ich hab eine Schwäche für historische Liebes-Schinken (das müssen jetzt keine Ober-Schnulzen sein). Ich könnt dauernd sowas lesen. Und je besser recherchiert wurde, umso besser. Und ich mag Venedig. Und Fantasy ist auch cool.
Also fing ich voller Erwartung an zu lesen..
Ja.
Das Buch untergliedert sich in Kapitel. Jedes Kapitel beginnt mit einer räumlichen und zeitlichen Verortung. Soweit super, da die Handlung damit mehr Rahmen bekommt. Aber, und hier kommt mein erstes Aber von vielen: Diese Verortung ist zu umfangreich gewählt worden, in meinen Augen. Beispiel: "Vor Mestre auf dem Wasser; Dienstag, 18. Januar 1774; Tag von Sankt Prisca, Faustina und Liberata, später Nachmittag, Nebel" *hust* Too much information!! Was juckt mich, wessen Tag das war? Vor allem, wenn es für die Geschichte so total unerheblich ist? Ist ja super, dass die Autorin hier viel nachgelesen hat, aber ist es wirklich nötig? Nein, eher unnötig.
Nun gut, so überfliegt man Kapitelanfang für Kapitelanfang und schnell verlor ich dann die zeitliche Einteilung auch etwas aus den Augen.
Die Geschichte an sich...
Wer einen netten, schnulzigen Fantasy-Liebensroman erwartet, wird bitter enttäuscht sein.
Schnulzig ist hier gar nichts. Nach etwas Vorgeplänkel hört Jan Stolnik, der Drache, die Dame La Fiametta zum ersten Mal singen. Als Drache hört er natürlich, im Gegensatz zu den normalen Menschen, dass die Sängerin alles ist, nur nicht wirklich menschlich. Er ist fasziniert. Also sucht er sie. Als er sie zum ersten Mal dann sieht (natürlich nackt, war ja klar), wird ihm klar, dass die Dame ein Phönix ist. La Fiametta weiß natürlich ohnehin schon, was es mit Jan auf sich hat. Seine Faszination für sie nutzt sie dann auch schamlos aus. Wer hier in diesem Band nach Romantik zwischen den beiden sucht, der sucht vergebens. Er rennt Ihr wie besessen hinterher und sie behandelt ihn größtenteils so dermaßen herablassend, dass ich die gute Frau schon zehnmal hätte links liegen lassen. Aber die Liebe, nicht wahr?
Die hält Jan trotzdem nicht davon ab, mit einer Hausangestellten weiterhin das Bett zu teilen. Und sorry, spätestens als er mit der Dame das erste Mal in die Kiste geht... Und das wird dann auch bei La Fiametta nicht besser, als sie ihn mal ran läßt... Selten Sex-Szenen gelesen, die dermaßen unsexy waren. XD
Die Charaktere bleiben allgemein etwas seicht. Der Prinz erscheint mir wie ein super naiver einfältiger Jüngling, der Beichtvater ist ein selbstkasteiender Mönch, die Angestellten alle ein bisschen gaga (und die Bettgenossin Jans natürlich eine weiße Hexe, was denn sonst?). Jan besteht hauptsächlich aus seiner Sucht nach Feuer und dann auch nach La Fiametta. Auf mich macht er leider nicht im Geringsten einen sympathischen Eindruck.
Und die Dame Phönix... La Fiametta... (fiammetta (mit doppel m) heißt "Flämmchen" auf italienisch, btw) meine Güte, eine eingebildete, manipulative Frau, die Jan (und andere Männer) gerade so benutzt, wie es ihr passt. Die Kategorie Frau, die man nicht mal als entfernte Bekannte haben will, egal wie schön sie ist...
Um die historische Verortung scheint die Autorin sehr bemüht. Durch die bereits erwähnten Kapitel-Anfänge macht sie da den ersten Schritt. Zudem wirft sie bei der Darlegung von Jan's Herkunft (und den Verwandtschaftlichen Verhältnissen zum Prinzen) mit schön vielen klingenden Namen um sich. Ich geh mal davon aus, dass sie in der Richtung ihre Hausaufgaben gemacht hat (nein, ich renn jetzt nicht ins Institut und prüf die Daten und Namen nach). Das finde ich lobenswert, allerdings dürften viele Leser ohne weitere Informationen mit all diesen Infos recht wenig anfangen können.

Fazit:
Ja. Nee. Keine Empfehlung von meiner Seite, sorry. Mag ja sein, dass es Leute gibt, denen es gefällt, dass hier eigentlich so von der versprochenen "Großen Liebe" nichts zu sehen ist. Die "gefährliche Reise" erkennt man schon eher (Jan lebt aber einfach überall gefährlich als Drache).
"Spannend" - Naja. Vielleicht erwartet man zwischendrin, dass Jan's Tarnung als "normaler Mensch" irgendwann auffliegt. Was sie auch ansatzweise tut. Das ist die Spannung. Irre *ironie*
"Berührend" - Ja, das Ende ist schon ein bisschen tragisch. Der arme Jan, wie traurig er ist dann. Ich hab mir hingegen gegen die Stirn geschlagen. Ich mein, ich will das Ende jetzt trotzdem nicht verraten, aber... OMG, es ist doch völlig klar, dass die Dame nicht für immer weg sein wird... Haaaaaallo??
"Faszinierend" - Das faszinierendste war für mich die Beschreibung von Venedig, die zwischendrin aber viel zu kurz gekommen ist. Das war's dann auch.
Am Ende ist noch eine kleine Leseprobe zum zweiten Band, und ich fürchte, auch der wird keinen müden Meter besser. Aber vielleicht taucht da mal die Große Liebe auf...
Ganz im Ernst, wenn Ihr irgendwas in der Richtung Fantasy-Romantik-Historisch lesen wollt, dann lasst die Finger davon und sucht Euch was anderes.

Ich wünschte, ich hätte etwas besseres über diesen Roman sagen können, aber das ist leider nicht der Fall. Meine hohen Erwartungen wurden in keinster Weise erfüllt. Die Personen bleiben größtenteils farblos und einseitig. Mich konnte das Buch leider überhaupt nicht packen. Ich war ehrlich froh, als ich dann fertig war.



Herzlichen Dank an das Team von Blogg dein Buch und den dotbooks-Verlag für die Bereitstellung des Buches :)

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