Donnerstag, 12. Februar 2015

[Rezension] Tanja Kinkel ~ Die Söhne der Wölfin [ebook]

Aloha zusammen,

Bücher, Büüüücher (Na, wer hat dabei auch einen Professor im Ohr? XD). Von Blogg dein Buch habe ich ein Rezensionsexemplar bekommen und so geht es heute um folgenden Roman:



Autor: Tanja Kinkel
Titel: Die Söhne der Wölfin
Verlag: dotbooks
Preis: 6,99€
Ebook, ca 591 Seiten, überarbeitete Neuausgabe

Optik:
Auf dem Cover sieht man eine langhaarige Dame in einem altertümlich anmutenden Gewand, die neben dem Titel die Aufmerksamkeit auf sich zieht. Sie steht vor einer antiken Landschaftsmalerei. Oben die Wandbodüre rundet das Gesamtbild ab. Man erkennt also, mit ein bisschen Hintergrundwissen, schon ungefähr, in welche Zeit man die Handlung ungefähr verorten kann. Das Cover finde ich daher recht passend. Davon abgesehen finde ich die Frau ganz hübsch ^^.

Um was geht es?
Sie ist die Tochter eines Königs und Priesterin einer Göttin, Opfer und Täterin zugleich. Als man die etruskische Prinzessin aus ihrer Heimat verbannt, beginnt für sie das Abenteuer ihres Lebens: Ilian bringt zwei Söhne zur Welt, denen sie die Namen Romulus und Remus gibt. Den beiden soll gelingen, was ihr verwehrt blieb: Sie sollen herrschen! Doch wer nach den Sternen greift, braucht einen mächtigen Verbündeten – und nur das Orakel von Delphi kann Ilian helfen, den kühnen Plan zu verwirklichen. Aber die Gunst des Orakels hat einen hohen Preis. Und so muss Ilian als seine Spionin in das ferne Ägypten reisen, mitten hinein in den Krieg dreier Völker …" (Beschreibung des Verlags)
 

Nyxx' Meinung zum Buch:
Was war ich gespannt! Auch wenn ich an der Uni mit dem Gründungsmythos Roms nie direkt in Berührung kam (ich hab's a) nicht mit Antike und b) ist es auch immer eine Sache des Programms ^^), fand ich den Hintergrund interessant. Eine Geschichte zu einer römisch-mythologischen Geschichte.
Die Geschichte spielt in Italien, Griechenland und Ägypten, also den Klassikern der Antike. Natürlich befinden wir uns zeitlich vor der Gründung Roms, entsprechend ist in Italien noch nichts zu spüren von Weltreich und so. Ilian (in der Überlieferung auch gern Rhea Silvia oder Ilia) ist die Hauptfigur des Romans. Alle Handlungsstränge folgen ihrem Tun.
Ilian wird aus der Stadt verbannt, einem Latiner zur Frau geben, der Ziehvater der Zwillinge wird und nach der Geburt verlässt sie ihn und die Kinder. Auf dem Weg nach Griechenland liest sie Ulsna auf, einen Barden. Zusammen mit ihm segelt sie nach Griechenland um dort die ersten Schritte ihrer Rache einzuleiten. Von dort aus springt die Handlung von Ort zu Ort.
Was mich am Anfang erst irritierte: Ilian wird IMMER aus der Sicht anderer beschrieben. Am Anfang ist es Fasti, die Priesterin, die auf Ilian blickt. Dann Faustulus, ihr Ehemann. Dann Ulsna, dann Arion, Prokne und all die anderen Nebenpersonen im Roman. Sie erzählen Ilians Weg aus ihrer Sicht (immer dritte Person, sei dazu gesagt). Ilian selbst kommt nie selbst "zu Wort", erzählt nie selbst. Man hat immer nur den Außenblick auf die Hauptfigur und das hat mich am Anfang suuuuper irritiert. Nach der Hälfte hab ich dann mal nachgelesen und wußte dann, dass sich dieser Erzählstil nicht ändern würde.
Fasti, die in Ilian eine Ketzerin sieht, Faustulus, der erst spektisch ist, aber dann seine Frau ins Herz schließt. Ulsna, der im ganzen Roman der einzige Freund Ilians ist und dadurch eine ganz andere Beziehung zu ihr hat.
Puh. Schwierig. Auf der einen Seite erfährt man so vieles über das Umfeld, über die Sicht der Menschen auf Ilian und natürlich geht die Geschichte damit genauso gut weiter, als hätte man Ilian selber erzählen lassen.
Für mich bleibt Ilian aber genau dadurch irgendwie... leblos. Unpersönlich. Unverständlich. Teilweise sogar unsympathisch. Weil man sie nicht versteht. Außer Ulsna versteht sowieso keine der Nebenpersonen worauf Ilian wirklich hinaus will und selbst er ist nicht immer sicher (und ich glaube, dass er auch nur dazu da ist, Ilian etwas "menschlicher" zu machen). Dadurch gewinnen die Nebenfiguren viel, aber die Hauptfigur bleibt undurchsichtig.
Klar, "Spannung" könnte man sagen. Für mich war's zwischendrin so mühselig, dass ich den Kindle mal ne Woche aus der Hand gelegt habe.
Wenn man aber mal drin ist, liest sich das Buch an sich ganz gut.
Storytechnisch hätte man das Buch in meinen Augen teilweise kürzen können, teilweise wäre etwas mehr Geschichte nett gewesen. Ägypten beispielsweise war so ein Punkt, an dem ich mich fragte, warum das eigentlich drin ist? Wird eher stiefmütterlich behandelt, dafür, dass Ilian und Ulsna über zwei Jahre dort verbringen. Und es in der Beschreibung so hervorgehoben wird.
Erst ab der zweiten Hälfte kommt der Roman etwas in Fahrt und liest sich dann auch etwas bequemer.
Am Ende vom Roman hat's mich noch mal kurz gepackt, da dann wirklich mitreisend der "Höhepunkt" dargestellt wird. Wer den Mythos kennt, kann sich ungefähr denken, was passiert ;)
Fazit:
Tjoa, ich bin ein bisschen zwiegespalten. Auf der einen Seite finde ich die Thematik wirklich klasse und es ist schön zu sehen, dass die Autorin sich wirklich Gedanken um die historischen Hintergründe gemacht hat (und gut recherchiert hat). Die Längen, die die Geschichte teilweise aufweist, sind halbwegs zu verschmerzen.
Lediglich der Erzählstil stört mich dann doch. Okay, es ist ungewohnt, aber für mich hat es einfach den Bezug zur Hauptperson zerstört. Das dürfte aber bestimmt Geschmackssache sein.
Wenn Euch also der ungewöhnliche Stil nicht stört, ihr ein Faible für historische/mythische Romane habt und einen ebook-Reader, könnt Ihr nicht ganz daneben liegen. Ich würde aber vorher die Leseprobe empfehlen :D


Herzlichen Dank an das Team von Blogg dein Buch und den dotbooks-Verlag für die Bereitstellung des Buches :)

Kommentare:

  1. Hab ich auch gelesen :) Ich bin Latinistin, deshalb krieg ich von einer Freundin immer Bücher zugesteckt, die was mit der Antike zu tun haben *gg*
    Ich fand es so mittelmäßig - das Thema ist interessant, aber der Schreibstil ... und ich habs eigentlich sowieso nicht mit historischen Romanen, die meisten ziehen sich ziemlich. Die besten Erfahrungen habe ich allerdings mit historischen Romanen von männlichen Autoren gemacht, da gab es tatsächlich mal gute :D

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    1. Ich bin ja beruhigt, dass ich nicht allein bin mit der Meinug zum Schreibstil XD
      Mh, da werd ich mich wohl mal schlau machen müssen. Ich mag historische Romane an sich ganz gern (sofern es nicht totaler Schmarrn ist oder total langweilig XD)

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  2. Ich glaube, ein solches Buch würde mich sehr langweilen :D

    Allerliebste Grüße,
    HOLYKATTA

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    1. ^^ die Thematik ist auf jeden Fall Geschmackssache und der Stil noch viel mehr XD

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  3. ...ich gestehe: Ich würde das Buch nicht kaufen/lesen wollen... ^^

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    1. Ein zweites Mal werd ich es wohl auch kaum lesen ^^.

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  4. Mit den Geschichten aus der Mythologie kriegt man mich immer =) Aber irgendwie hört sich das Buch gar nicht so.... spannend und interessant an.

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    1. Es ist in der Tat nicht so spannend, wie ich erwartet hatte. Ich denke, das liegt ganz arg am Stil und den Längen zwischendrin :/

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